Gemeindebrief

Ein Beitrag aus dem Gemeindebrief September- Oktober  2017

 

„Es wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut.“                  Lukas 15, 10

In unserer modernen Kultur hat sich Schadenfreude breitgemacht. Ein schreckliches Phänomen, das scheinbar keine Grenzen mehr kennt. Gaffer bei einem schweren Unfall, die filmen anstatt zu helfen. Hassbotschaften in den sozialen Netzwerken über Minderheiten. Normale Menschen freuen sich, wenn ein anderer eins abkriegt. Über andere urteilen, das scheint gesellschaftsfähig zu sein.

Ganz anders die Aussage von Jesus Christus. Er spricht über einen Sünder, der Buße tut. Sofort rattert es in unseren Köpfen. „Sünde“ bringen die meisten mit einem moralischen Fehlverhalten in Verbindung und „Buße“ mit Strafe. Da soll einer büßen für das, was er getan hat. Über andere Menschen denken wir sowieso viel strenger als über uns selbst.

Leider hat unser deutscher Sprachgebrauch für eine Entgleisung dieser beiden Worte gesorgt.

Ein „Sünder“ ist in den Augen von Jesus nicht unbedingt ein schlechter Mensch. Er kann sozial engagiert sein und ehrlich seinen Job machen und allgemein beliebt sein. Viele Nichtchristen machen Nachfolgern Jesu in der vorbildlichen Lebensführung sogar etwas vor.

Wenn Jesus von einem „Sünder“ spricht, dann meint er damit, dass derjenige sein Leben bewusst von Gott abgetrennt hat.

Und wenn Jesus von „Buße“ spricht, dann denkt er an eine offene Tür, die nach Hause führt. Diese Tür steht weit offen. Und ich brauche nur bereit zu sein, hindurchzugehen. Nichts von Schadenfreude. Stattdessen Partylaune.

Jesus will mit seiner Aussage zeigen, dass unser Leben eigentlich in seine Obhut gehört. So hatte Gott es sich einmal vorgestellt und gewünscht. Hätte er uns Menschen nicht einen freien Verstand gegeben, der sich leider gegen ihn entscheiden kann.

Immer noch machen sich Vorurteile gegen das Christsein breit. Als würde ich dadurch eingeengt und müsste aufgeben, was mir liebgeworden ist. Kaum jemand denkt daran, dass er in einem Leben mit Jesus dazugewinnen könnte. Manche Christen wirken ja tatsächlich nicht besonders einladend für den Glauben. Deshalb sollte man sich dem Original zuwenden, nämlich Jesus Christus.

Bleibt die Frage, was die Engel denn mit der Neubesinnung eines Menschen zu tun haben. Ich verstehe sie als die Mannschaft, die Jesus um sich gesammelt hat. Das ist eine richtig große Sache. Ich werde als Christ nicht Mitglied eines Vereins, sondern werde in die weltumfassende Gemeinschaft derer aufgenommen, die ihr Leben Jesus Christus anvertraut haben. Irgendwo sind wir Menschen doch immer für Neues offen. Doch ausgerechnet im Blick auf das höchste Glück, das ein Mensch erlangen kann, bleiben die meisten bei dem, was sie sich selbst geschaffen haben.

 

Eine gesegnete Zeit wünscht Pastor Christoph Maas

 

 

 

 

 

Christoph Maas