Gemeindebrief

Ein Beitrag aus dem Gemeindebrief  Januar-Februar 2018

 „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“   Offenbarung 21, 6

Umsonst bekomme ich vieles angeboten. Fast täglich bieten Firmen mit ihren E-Mails Produkte an, die ich ihrer Meinung nach unbedingt brauche. Wenn ich Papier für´s Büro bestelle, bekomme ich eine Tüte Haribo dazu geschenkt. Von einer Kaffeefirma ließ ich das Propierpäckchen kommen, ohne irgendwelche Kaufverpflichtungen. Na klar weiß ich, dass ich dem größeren Angebot der Firmen auf den Leim gehen soll. Ein Kaufhaus versprach, wenn ich ein Kleidungsstück kaufe, bekomme ich das zweite umsonst dazu. Dabei brauche ich eigentlich nur eins.

Das mit dem „Wasser umsonst“ bei Jesus weckt bei mir Assoziationen. Wir müssen unser tägliches Trinkwasser bezahlen. In Bayern lernte ich Menschen kennen, die aus einer eigenen Quelle im Wald lebten, ohne irgendeine Gebühr entrichten zu müssen. Im Osten Deutschlands haben wir viel mehr für Wasser bezahlt als hier. Denn dort gingen täglich zehn Prozent des Trinkwassers in maroden Leitungen verloren.

Schlaue Grundstückbesitzer haben einen Brunnen bohren lassen, um wenigstens ihr Gemüse kostenfrei gießen zu können. Wir zahlen nicht nur für Wasser, sondern auch für Abwasser. Ich habe von Familien gehört, deren Wasserleitung abgestellt wurde, weil sie monatelang die Rechnungen nicht bezahlt hatten.                                                                                                                                                                   

Wasser ist ein Thema. Ein lebensnotwendiges. Und manchmal ein bedrohliches, wenn Leitungen durch Bakterien verschmutzt wurden. Ohne Wasser können wir nun mal nicht leben. Das Thema zieht sich wie ein Strom durch die Bibel vom ersten bis zum letzten Buch. Und aus den letzten Seiten stammt die Jahreslosung. Für die Menschen damals galt frisches Wasser noch als echte Kostbarkeit. Ausgiebiges Duschen konnten sie sich nicht einmal im Traum vorstellen.

Eine Quelle, die wir bereits aus einiger Entfernung fröhlich sprudeln hören, erfrischt schon, bevor wir uns überhaupt einige Hände voll von dem kühlen Nass genommen haben. Und das an einem heißen Sommertag, an dem die Sonne die letzten Energiereserven verbrannt hat.

Wenn ich voll den Durst habe, dann wirkt die plötzlich aufgespürte Quelle im Gebirge wie eine Erlösung. Und da sind wir genau bei dem, worum es Gott geht: Erlösung. Er macht uns kein verführerisches Lockangebot. Er hat uns seinen Sohn gesandt. Jesus Christus begegnen gleicht der fröhlich plätschernden Quelle. Bei ihm darf ich meinen Lebensdurst stillen, ohne enttäuscht zu werden.  In manchen Zeiten lässt die Frischequalität unseres Glaubens zu wünschen übrig.

Abgestandenes Wasser riecht muffelig. Da sind es mehr die frommen Tagesgewohnheiten, die das Christsein aufrechterhalten. Die Jahreslosung lädt uns ein, zur lebendig sprudelnden Quelle zurückzukehren, damit Jesus uns mal so richtig durchspülen kann. Ein ehrliches Gebet mit der Bitte darum könnte der Anfang sein. Und schon geht es los.

Gottes Segen im neuen Jahr!  Pastor Christoph Maas